Was muss ich nach einer Haartransplantation beachten?

Eine Haartransplantation wird zwar minimalinvasiv durchgeführt, doch trotz allem bleibt es immer noch ein chirurgischer Eingriff – auch bei schonender FUE Methode.

Wie nach allen Operationen gibt es auch nach einer Haartransplantation gewisse Regeln, die man beachten muss. Einerseits, um den Heilungsprozess so gut wie möglich voran zu bringen, andererseits, um das bestmögliche Endergebnis zu erzielen.
Der Patient selbst kann übrigens sehr viel selbst tun, damit die Haartransplantation ein voller Erfolg wird. Vor allem aber heißt es: Geduld bewahren.

Der Heilungsprozess nach einer Haartransplantation

Direkt nach dem Eingriff ist sowohl der Spender- als auch der Empfängerbereich stark gerötet. Vor allem im Empfängerbereich, also dort, wo die Grafts, eingesetzt wurden, sind kleine Einstiche oder Wunden zu sehen, und es hat sich eine Kruste gebildet. Die Kopfhaut ist in dieser Phase also extrem empfindlich.

Die ersten drei Tage nach einer Haartransplantation sind extrem wichtig. In dieser Zeit fangen die Grafts an in die Kopfhaut einzuwachsen. Unnötiger Kontakt sollte also vermieden werden.
Die Rötungen im Spenderbereich sowie die leichten Schwellungen sollten nach ein paar Tagen verschwunden sein.

Nach etwa 10 Tagen fangen die Krusten langsam an abzufallen. Nach etwa 15 Tagen nach dem Eingriff sollten sie vollständig verschwunden sein.

Die Krusten übernehmen übrigens nach einer Haartransplantation eine wichtige Funktion. Gerade in den ersten Stunden nach einer OP sind die Haare noch völlig ohne Halt in der Kopfhaut. Lediglich die Krusten die aus geronnenem Blut bestehen und die Spannung der Kopfhaut verankern die Grafts im Empfängerbereich.

Das gilt es nach einer Haartransplantation zu beachten

Zum Schlafen sollte in dieser Phase ein Nackenhörnchen verwendet werden, damit der Kopf nicht direkt auf dem Kissen aufliegt. Ebenso muss man sich mit dem Gedanken anfreunden, zunächst auf dem Rücken zu schlafen. Denn aus den Wunden tritt sogenanntes Wundwasser aus, und es besteht die Gefahr, dass die Kopfhaut am Kissen „festklebt“ und man die frisch verpflanzten Grafts gleich wieder herauszieht.

Überhaupt gilt die ersten fünf Tage nach dem Eingriff besondere Vorsicht. Die Grafts sind noch nicht richtig eingewachsen und von daher besonders empfindlich. Die Kopfhaut sollte nicht berührt werden, ebenso muss der Kopf vor Stößen geschützt werden.

Kratzen ist übrigens ebenso tabu, auch wenn es noch so sehr juckt. Denn sonst besteht die Gefahr, dass man frisch verpflanzten Grafts gleich wieder herauskratzt und dass man statt vollerem Haar lediglich kahle Stellen hat. Außerdem ist etwa sieben Tage lang auf jede körperliche Anstrengung zu verzichten. Gerade in der ersten Zeit nach dem Eingriff sind die transplantierten Stellen mit dem neuen Haar extrem empfindlich!

Direkte Sonneneinstrahlung gilt es übrigens ebenso zu meiden – für etwa drei bis vier Wochen. Das gleiche gilt für Schwimmbad- und Saunabesuche, sowie natürlich auch das Solarium.

Körperliche Anstrengung vermeiden!

Ebenso sollte man etwa vier Wochen auf sportliche Aktivitäten verzichten. Die Dauer ist allerdings von Sportart zu Sportart unterschiedlich. Sport und auch andere körperliche Aktivitäten erhöhe zum einen den Blutdruck. Es besteht also die Gefahr, dass die Wunden nach dem Eingriff anfangen wieder zu bluten und die eingesetzten Grafts direkt wieder ausgeschwemmt werden. Zum anderen sollte der Kopf vor Stößen und Schlägen geschützt werden. Gerade  bei Sportarten wie Fußball, Handball oder Boxen ist das nicht gewährleistet. 

Nähere Auskünfte gibt der behandelnde Arzt, beispielsweise Dr. Levent Acar von der Cosmedica Clinic. Er steht bei allen anderen Fragen rund um das Thema Nachsorge nach der Haartransplantation zur Verfügung. 

Die erste Haarwäsche nach der Haartransplantation

Die erste Haarwäsche nach dem Eingriff muss innerhalb von 48 Stunden erfolgen. Das ist sehr wichtig für den Heilungsprozess. 

Ebenso wichtig ist es, beim Haare waschen sehr sanft und schonend mit der Kopfhaut umzugehen. Zunächst wird die Lotion auf die Kopfhaut aufgetragen. Diese sollte etwa 45 Minuten einwirken. Nach und nach verkürzt sich allerdings die Einwirkzeit auf etwa 20 bis 30 Minuten.

Diese beschleunigt übrigens bei der Wundheilung. Anschließend wird die Lotion sanft mit lauwarmem Wasser abgewaschen. Danach wird das Shampoo aufgetragen, das etwa 10 Minuten einwirken soll. Dieses wird ebenso mit lauwarmem Wasser vorsichtig abgewaschen.

Wie lange dauert es, bis die Haare wieder wachsen?

Eine Frage, die immer wieder gestellt wird, ist: Wie lange dauert es, bis nach einer Haartransplantation die Haare wieder wachsen. Das kann allerdings so pauschal nicht beantwortet werden. In den ersten Wochen nach dem Eingriff fällt das transplantierte Haar zunächst erst einmal wieder aus. Das ist allerdings nichts, worüber man sich Sorgen muss, sondern ein ganz normaler körperlicher Vorgang. 

Während des Eingriffs sind die Grafts kurz von der Nährstoffversorgung des Körpers sprichwörtlich abgeschnitten. Infolgedessen sterben sie ab und fallen aus. Das gilt allerdings nicht für die Follikel. Diese verbleiben in der Kopfhaut und widmen sich dort ihrer Aufgabe neue Haare wachsen zu lassen. 

Etwa drei bis vier Monate, je nach Haarqualität, beginnt dann das Haarwachstum. Zunächst als feiner Flaum – sogenannte Babyhaare. Denn bei diesen Haaren handelt es sich tatsächlich um neue Haare. 

Im Laufe der Monate wird der Haarwuchs dann immer dichter. Nach etwa 9 bis 12 Monaten kann man sich dann an seiner neuen Haarpracht erfreuen. 

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