Haarausfall bei Stress – nicht immer sind die Hormone Ursache von lichtem Haar

Obwohl hormonell bedingter Haarausfall die Ursache Nummer 1 ist, dass Haare ausfallen, kann auch anhaltender Stress zu Haarverlust führen. Verschwindet der Stress wieder, wachsen in der Regel die Haare wieder nach.

Hormone, Nebenwirkungen von Medikamenten oder bestimmte Erkrankungen – die Gründe, warum unsere Haare ausfallen, sind so vielfältig und individuell wie die Menschen selbst.
Die häufigste Ursache für Haarausfall ist die androgenetische Alopezie, der erblich bedingte Haarausfall, bei dem das männliche Hormon Testosteron eine große Rolle spielt. Die zweithäufigste Ursache ist der kreisrunde Haarausfall, eine Autoimmunerkrankung. Beim diffusen Haarausfall fallen die Haare gleichmäßig verteilt über den Kopf aus. Die Ursache für diese Art von Haarverlust kann unter anderem durch Stressbelastung begründet sein.

Die Haare fallen nicht bei jeder Art von Stress aus. Es gibt „positiven Stress“ – den Eustress – dem Wissenschaftler eine lebensverlängernde Wirkung nachsagen. Plötzlich auftretender Stress muss also nicht immer gleichbedeutend mit Haarverlust sein, solange er motivierend wirkt. Ist man jedoch über längere Zeit negativem Stress ausgesetzt – dem Distress – kann das negative Auswirkung auf die Gesundheit haben – und auch auf die Haarpracht.

Steht man unter Dauerstress sogenanntem chronischem Stress, benötigt der Körper wesentlich mehr Vital- und Mikronährstoffe als unter „Normalbetrieb“. Diese wichtigen Bausteine für den Stoffwechsel holt sich unser Organismus unter anderem aus der Nahrung, aber eben auch aus Depots im Körper. Diese liegen unter anderem in der Kopfhaut. Die Haare werden durch diesen Entzug schlechter mit Nährstoffen versorgt. Auf diese Weise werden den Follikeln die Stoffe entzogen, die sie brauchen, um neue Haare zu bilden. Die Haare wachsen langsamer, werden glanzlos, brüchig und fallen aus. Dies kann bei den Betroffenen weiterem emotionalen Stress hervorrufen. Als Folge kann wiederum verstärkter Haarausfall auftreten. Ein Teufelskreis also.

Bei Stress fallen die Haare zeitversetzt aus.

Stressbedingter Haarausfall tritt zeitversetzt auf, in etwa zwei bis vier Monate nach dem Ereignis, das den Stress ausgelöst hat.
Ein gutes Beispiel ist hier die Corona Pandemie. Ende März wurde in Deutschland der Lockdown beschlossen, was bei vielen Menschen zu Existenzängsten und -krisen führte. Eine Art von negativem Stress. Im Frühsommer, nachdem die Wirtschaft wieder hochgefahren wurde, stellten Betroffenen fest, dass ihnen vermehrt die Haare ausfielen. Also kann nicht nur eine Covid-19-Erkrankung selbst zu Haarausfall führen, sondern auch die Folgen der Maßnahmen. So wird die Übertragung der Coronaviren durch soziale Distanzierung gestoppt. Doch um Stress abzubauen, brauchen wir soziale Nähe.

Neben emotionalem Stress kann auch körperlicher Stress wie zum Beispiel nach einer Operation oder nach einer schweren Erkrankung zu vermehrtem Haarverlust führen. 

Was tun bei stressbedingtem Haarausfall?

Wenn man unter stressbedingtem Haarausfall leidet, sollte man als Erstes der Ursache des Stresses auf den Grund gehen. Danach sollte ein Weg gefunden werden, den Stressfaktor auszuschalten oder zumindest reduzieren.

Der Auslöser kann unterschiedlich sein. Bei dem einen ist es der jobbedingte Stress. Bei dem anderen sind es Probleme in der Partnerschaft oder in der Familie.
Wie man Stress bewältigt, ist eine ganz individuelle Sache. Dem einen hilft es, sich bei Sport auszupowern, während andere Menschen eher beim Meditieren abschalten können. Es ist keine Schande, sich professionelle Hilfe zu suchen, wenn man unter Dauerstress steht. Schon eine Gesprächstherapie kann Wunder bewirken. Auch ausreichender Schlaf kann nicht unerheblich zur Stressbewältigung beitragen.

Ernährung und Supplemente bei Haarausfall

Ein großer Faktor bei Haarausfall, der nicht erblich bedingt ist oder dem eine Autoimmunerkrankung zugrunde liegt, ist die Ernährung. Da der Körper in Zeiten von Stress vermehrt Mineralstoffe, Mikronährstoffe und Vitamine braucht, sollte auf eine ausgewogene Ernährung geachtet werden.

Es ist empfehlenswert, zusätzlich zu einer gesunden Ernährung auf Supplemente (Nahrungsergänzungsmittel) zurückzugreifen – die wissenschaftliche Wirkung ist allerdings nicht einwandfrei bewiesen. Die Präparate sollten unter anderem Biotin und Zink enthalten.
Man kann auch koffeinhaltige Shampoos zur Haarwäsche verwenden, die kräftigend wirken können.

Wachsen die Haare wieder nach?

Die gute Nachricht ist: In der Regel wachsen die Haare bei stressbedingtem Haarausfall wieder nach. Das dauert allerdings seine Zeit – in etwa sechs bis neun Monate.
Wachsen die Haare trotz Stressreduktion nicht wieder nach, kann eine Haartransplantation Abhilfe schaffen.
Vor solch einem Eingriff muss jedoch zuerst abklärt werden, warum die Haare trotz Stressreduktion nicht nachwachsen. Gerne steht Ihnen Dr. Acar und das Team der Cosmedica Klinik mit Rat und Tat zur Seite.

 

Vorherige

Nächster

Fragen?