Haarlinie Haartransplantation

Die Diagnose erblich bedingter Haarausfall, also androgenetische Alopezie, bedeutet heute nicht mehr automatisch, dass man sich im Laufe der Jahre mit einer Glatze abfinden muss. Haartransplantationen sind mittlerweile keine Seltenheit mehr und fallen in der Regel nur deswegen auf, weil jemand plötzlich vollere Haare hat im Vergleich zu vorher, wo der Haarschopf deutlich schütterer war. 

Ein wichtiger Faktor für ein möglichst natürliches Ergebnis einer Haartransplantation ist neben der Haardichte auch die Haarlinie. Nicht zuletzt, weil diese auch ein wichtiges Persönlichkeitsmerkmal ist und sie als erstes auffällt sobald man jemandem gegenübersteht. Um ein möglichst natürliches Ergebnis zu erreichen, ist neben einem gewissen technischen Geschick, auch ein ästhetisches Auge erforderlich. Gerade für ungeübte Ärzte kann die Transplantation der Haarlinie eine ziemliche Herausforderung sein.

Was ist die Haarlinie?

Als Haarlinie wird der Bereich zwischen Stirn und Kopfhaar bezeichnet, kurz bevor das eigentliche Haupthaar beginnt. Hierdurch werden auch die Proportionen des Gesichts geprägt.

Ein offensichtliches Anzeichen für erblich bedingten Haarausfall bei Männern ist, neben den Geheimratsecken, dass die hohe Haardichte abnimmt, der Haaransatz immer weiter nach hinten rutscht. Im weiteren Verlauf des Haarverlusts werden die haarlosen Zonen immer größer, die Haarlinie kann hier auch unterbrochen werden. Zugleich wird das Fronthaar immer dünner. Ein prominentes Beispiel dafür ist der Politiker Friedrich Merz. 

Schreitet der Haarverlust weiter fort, kann sich irgendwann eine Halbglatze bilden, wobei im Haarkranzbereich die Haare weiterwachsen. 

Auch Frauen können von einer zurückweichenden Haarlinie betroffen sein. Bei ihnen liegen aber meist andere Ursachen zugrunde – die sogenannte Traktionsalopezie. Diese kann durch ständig straff zurückgebundene Haare entstehen, wie beispielsweise bei einem Dutt oder einen strengen Zopf. Durch die ständige mechanische Belastung können die Haarfollikel so geschädigt werden, dass sie keine neuen Haare mehr bilden. 

Prominentestes Beispiel ist hier das Promi Sternchen Kim Gloss, ihre extrem hohe Stirn ist genau dadurch entstanden. Dieses Problem ließ sie im Übrigen durch eine Eigenhaartransplantation korrigieren. Auch Profiballerinas sind öfter von der Traktionsalopezie betroffen. 

Die natürliche Haarlinie bei Männern entspricht eher einer M Form, die durch eventuelle Geheimratsecken natürlich noch verstärkt wird. Bei Frauen verläuft der Haaransatz eher rund bzw. oval mit geringen oder keinen Geheimratsecken. 

Herausforderung Haarlinie

Ein sehr gutes Beispiel wie die Gestaltung einer Haarlinie nach einer erfolgten Haartransplantation nicht aussehen sollte, ist der italienische Politiker Silvio Berlusconi. Seine Haarlinie wirkt wie mit dem Lineal gezogen und ein wenig wie die Haare auf einem Puppenkopf. 

Um ein möglichst natürliches Ergebnis zu erzielen, sollte der Haaransatz allerdings ein bisschen unregelmäßig, mit einem leichten Zick Zack Muster verlaufen und sich harmonisch in die Gesamterscheinung der Haare einfügen. 

Doch wie erreicht man ein solches Ergebnis? Wie auch in anderen Bereichen der Kunst und der Ästhetik bedient man sich hier des Goldenen Schnitts, einem mathematischen Teilungsverhältnis, welches sich häufig in der Natur wiederfindet. Der Goldene Schnitt schafft eine sehr organische und natürlich aussehende Ästhetik. Im Zusammenhang mit der Haarlinie und dem Bereich der Haartransplantation spricht man auch von der Da Vinci Haarlinie. Das italienische Universalgenie setzte seinerzeit den Menschen in Bezug zu seinen eigenen Proportionen mit Hilfe des vitruvianischen Menschen.

Um diesen Goldenen Schnitt zu berechnen wird das Gesicht in drei gleiche Teile aufgeteilt, um die genaue Position zu ermitteln. 

  • Teil eins: Kinn bis Nase 
  • Teil zwei: Nase bis zu den Augenbrauen
  • Teil drei: Augenbrauen bis Haaransatz 

Entlang dieser Position wird die Haarlinie ganz individuell – und an die Gesichtsproportionen angepasst – eingezeichnet. Dabei werden natürlich auch noch vorhandene Haare, Neigungswinkel und Wuchsrichtung mit einbezogen. Die Haarlinie wird auch Transition Zone genannt.

Welche Technik sollte gewählt werden?

Die moderne FUE Methode (Follicular Unit Extraction) setzt sich mittlerweile immer mehr durch und erfreut sich stetiger Beliebtheit. Natürlich wird auch in der Cosmedica Clinic von Dr. Levent Acar diese fortschrittliche und schonende Technik angeboten. Die FUE Methode bietet sich beispielsweise auch an, um eine eventuell misslungene FUE Haartransplantation zu korrigieren, bei der sich eine unschöne Narbe gebildet hat. 

Bei der FUE Technik werden die Grafts zunächst einzeln aus dem Spenderbereich, der im Haarkranz zwischen den Ohren liegt, mithilfe einer Hohlnadel extrahiert. Anschließend werden diese Haare wieder in den Empfängerbereich eingesetzt, um dort die kahlen Stellen aufzufüllen.  

Was muss beachtet werden, damit die Haarlinie möglichst natürlich aussieht?

Um eine möglichst natürliche Haarlinie zu gestalten, werden in der vordersten Reihe, ca. die ersten 0,5 cm des Haaransatzes, nur einzelne Follikel eingesetzt, sprich Grafts die nur eine Haarwurzel enthalten. Dadurch wirkt diese, wenn die Heilungsphase beendet und die Haare komplett rausgewachsen sind, weich und natürlich. 

Ein weiterer Faktor ist die Dichte der Haare. Ist das transplantierte Haar in zu großem Abstand eingesetzt worden, wird das sofort auffallen. Die Haare müssen also dichter gesetzt werden. Diese spezielle Technik nennt man übrigens dense packing

Bei einer Haartransplantation wird auch die Haarlinie etwas abgesenkt und verdichtet, allerdings nur so weit, dass ein harmonisches und Ergebnis entsteht. Die natürliche Form wird beibehalten.

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