Die Traktionsalopezie, wenn die Frisur den Haaren schadet

Schon im Kindergarten hieß es immer wieder „Nicht an den Haaren ziehen!“. Doch auch als Erwachsene sollten wir diesen Satz unbedingt befolgen, vor allem bei uns selbst. Ständiger Zug an den Haarwurzeln führt zu Traktionsalopezie. Die Haare fallen aus.

 

Ursachen und Symptome

Die Traktionsalopezie bezeichnet Haarausfall, der auf mechanischer Einwirkung basiert. So wird die Haarwurzel durch beständiges Ziehen an den Haaren stark geschädigt, bis das Haar irgendwann ganz ausfällt.

Insbesondere Menschen, die gern fest gebundene Pferdeschwänze tragen, leiden häufig unter dünner werdendem und schließlich ausfallendem Haar. Durch den starken Zug auf die Haare werden die stark beanspruchten Haarfollikel beschädigt.

Eine mechanisch bedingte Alopezie entsteht durch die Verkrümmung der Haarwurzel. Diese Verkrümmung lässt die wachsenden Haare immer dünner werden. Die Haarzellen können sich nicht mehr voll ausbilden und in der Folge wird die Wachstumsphase im Haarfollikel kürzer. Schließlich fallen die Haare an den betroffenen Stellen einfach aus und es entstehen kahle Stellen.

Die typischen Symptome der Traktionsalopezie sind immer dünner werdende Haare. Schließlich bilden sich exakt dort vermehrt kahle Stellen, wo der größte Zug auf die Haare wirkt. Wenn die mechanische Einwirkung nachlässt, wachsen die Haare in den meisten Fällen wieder nach.

In schweren Fällen kann dauerhafte mechanische Einwirkung zur Bildung von Narbengewebe an und in den Haarfollikeln führen. Diese Variante ist dann irreversibel, da das Haarfollikel sich zunächst entzündet und schließlich abstirbt.

 

Traktionsalopezie bei Frauen

Viele Frauen die ihr Selbstbewusstsein durch strenge Zöpfe oder Dutten zeigen, leiden an Traktionsalopezie. Ob Julija Tymoschenko oder Naomi Campbell, starke Frauen disziplinieren ihr Haar. Wer seinen Haaren jedoch keine Pausen gönnt, riskiert, dass die Haare dem Dauerstress nicht mehr gewachsen sind.

Zunächst beginnt es mit Frizz, also kurzen Haaren, die aus der Frisur wild abstehen. Dann werden die Haare immer dünner und letzten Endes fallen sie aus.

Auch modische Hüte und Stirnbänder beim Sport können zu Traktionsalopezie führen, wenn sie eng anliegen. Aber auch Extensions und exzessives Bürsten und Kämmen sind stressig für die Haare. Auch Cornrows und Dreadlocks üben starken Stress zu auf die Haare aus und führen vermehrt zu mechanisch bedingtem Haarausfall.

Insgesamt leiden mehr Frauen unter Traktionsalopezie als Männer. Die Ursache dafür wird in den aufwendigeren Frisuren und im häufigeren Styling vermutet. Auch die Verwendung von Relaxern (Glättungsmitteln) und Glätteisen kann Traktionsalopezie fördern.

 

Traktionsalopezie bei Männern

Männer können ebenso an der sogenannten Traktionsalopezie leiden wie Frauen. Der zahlenmäßige Unterschied lässt sich dadurch erklären, dass es weniger langhaarige Männer als Frauen gibt. So gibt es auch weniger „männliche“ Langhaarfrisuren.

Da Männer mit langen Haaren meistens Pferdeschwänze tragen, beginnt der mechanische Haarausfall oft bei den Geheimratsecken. Genau dort, wo sich auch eine beginnende Altersglatze zuerst zeigt. Dadurch werden viele Fälle von Traktionsalopezie für die erblich bedingte Alopezie gehalten und somit gar nicht erst erkannt.

 

Was hilft bei Traktionsalopezie?

 Die erste Sofortmaßnahme ist das Reduzieren der mechanischen Einwirkung auf die gesamte Kopfhaut. Im Idealfall bedeutet dies einen Verzicht auf ziehende Frisuren oder zumindest ein regelmäßiges Wechseln. So können sich die gestressten und verformten Follikel regenerieren und ihre natürliche Form wiederfinden können.

Eine gesunde Ernährung ist in der Regeneration besonders wichtig. Eisen und Biotin sorgen für gesunde und volle Haare.

Während der Regenerationsphase sollte unbedingt auf möglichst jede Art von mechanischem Stress für die Haare verzichtet werden. Strenge, feste Frisuren wie Dreadlocks, Cornrows und Pferdeschwänze sollten durch lockere Frisuren oder gleich offenes Haar ersetzt werden.

Auch das Föhnen, Glätten und Bürsten sollte auf das notwendige Minimum reduziert werden. Wer gar nicht ohne Zopf leben kann, sollte einen Zopfhalter aus Stoff nutzen. Dieser übt im Gegensatz zum elastischen Haargummi keinen zusätzlichen Zug auf die Haare aus.

Ein Spezialist für Haarausfall kann durch eine individuelle Behandlung die gesunden Haare wieder voll zur Geltung kommen lassen.

 

Kostenloses Beratungsgespräch

  Ob bereits irreversible Schäden entstanden sind, die nur durch eine Haartransplantation zu retten sind, können die erfahrenen Ärzte der Cosmedica Klinik fachkundig beurteilen. 

Wachsen die Haare wieder nach?

Es kann bis zu sechs Monaten dauern, bis bei einer Traktionsalopezie der Follikel wieder regeneriert ist. Eine Haarpigmentierung kann die Übergangszeit erleichtern und die ausgefallenen Haare kaschieren.

In sehr schweren Fällen vernarbt sich das Haarfollikel und stirbt ab. Es können ein dieser Stelle keine neuen Haare nachwachsen.

In jedem Fall sollte ein Haarspezialist zum Beispiel ein Dermatologe die Kopfhaut gründlich untersuchen. Anhand des Haarwuchses, besonderer Schuppenbildung und einer Biopsie der Kopfhaut kann der Dermatologe beurteilen, ob die Schädigung der Follikel noch reversibel ist.

 

Haartransplantation bei Traktionsalopezie

Ist die Traktionsalopezie bereits so weit fortgeschritten, dass keine gesunden Haare mehr nachwachsen, kann eine Haartransplantation helfen.

Bei einer Haartransplantation werden eigene Haarfollikel fachmännisch aus einer Spenderregion entnommen und in die Empfängerregion transplantiert. Diese Form der Behandlung wird so schonend wie möglich durchgeführt und bietet lang anhaltende Ergebnisse.

Für eine kostenlose Haaranalyse können Sie sich gerne an uns wenden. So kann Dr. Acar festellen, ob ein irreversibler Schaden vorliegt oder ob die Haare wieder wachsen können.

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