Sport nach Haartransplantation: Geduld zahlt sich aus

Sportlich aktive Menschen verzichten nur ungern auf ihr regelmäßiges Training. Um nach einer Haarverpflanzung den Heilungsprozess nicht zu stören, ist es jedoch ratsam, dem Körper die notwendige Regenerationszeit zuzugestehen und physische Anstrengungen für eine gewisse Zeit zu vermeiden. Im Folgenden erfahren Sie, warum, Sport nach einer Haartransplantation problematisch ist und ab wann körperliche Aktivitäten wieder möglich sind.

Warum keine körperliche Belastung nach der Haarverpflanzung?

Auch wenn es sich bei der Haartransplantation um einen minimalinvasiven Eingriff handelt, muss sich der Körper davon erholen. Um schnell wieder fit zu werden, braucht er einerseits Ruhe und andererseits viel Energie. Wer vorzeitig mit sportlichen Aktivitäten beginnt, nimmt seinem Körper die zur Regeneration benötigte Kraft. Das verlangsamt die Heilung und erhöht zugleich Infektionsrisiko.

Das ist jedoch nicht der einzige Grund, nach einer Haartransplantation zunächst auf Sport zu verzichten. Anstrengendere Aktivitäten verursachen Schweiß, der ebenfalls eine Gefahr für die Wundheilung darstellt. Das Schwitzen kann Entzündungen in den eingepflanzten Grafts hervorrufen. Das kann die Haarwurzeln schwächen und den Operationserfolg zunichtemachen. Zudem verstärkt das Sekret den Juckreiz an den operierten Stellen.

Nicht zuletzt kann Sport Verletzungen auf der Kopfhaut bedingen und dazu führen, dass die transplantierten Haare ungewollt herausgerissen werden. Zudem gefährdet zu frühes Joggen nach der Haartransplantation durch die von den Laufbewegungen ausgehenden Vibrationen und Erschütterungen die noch nicht eingeheilten Grafts.

Um jegliche Probleme zu vermeiden, empfiehlt es sich, die Anweisungen des Arztes bezüglich des Sports nach der Haarverpflanzung genau zu befolgen. Zusätzlich ist es ratsam, in den ersten zwei Wochen nach dem Eingriff auf den Konsum von Alkohol und anderen Drogen zu verzichten.

Kein Sport in den ersten vier Tagen

In den ersten vier Tagen ist es unerlässlich, Anstrengungen zu vermeiden. Das gilt sowohl für Sport als auch für andere schweißtreibende Aktivitäten wie schwere körperliche Arbeit oder Geschlechtsverkehr. Erlaubt ist gemütliches Spazierengehen. Dabei ist es wichtig, den Kopf vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen, beispielsweise mit einem leichten Hut oder einem locker sitzenden Cap.

Mützen eignen sich für die ersten Wochen nach der Haarverpflanzung nicht, da sie zu fest auf der Kopfhaut aufsitzen. Durch den Druck können die neu eingesetzten Haarfollikel absterben. Außerdem besteht die Gefahr, dass die Haarwurzeln beim Absetzen der Mütze mit herausgerissen werden.

Leichter Sport ab zwei Wochen nach der Haartransplantation

Etwa 14 Tage nach dem Eingriff ist der Heilungsprozess in aller Regel so weit fortgeschritten, dass leichter Sport wieder möglich ist. Hierzu zählen zum Beispiel Walken, Joggen und Fahrradfahren auf niedriger Intensität sowie einfache Yoga- und Pilates-Übungen. Wichtig ist, nach der zweiwöchigen Pause nicht sofort auf volle Leistung zu gehen, sondern den Körper langsam an die Belastung zu gewöhnen.

Auch in dieser Phase sollten die Aktivitäten nicht zu schweißtreibend sein. Es empfiehlt sich, entstehenden Schweiß vorsichtig abzutupfen, statt ihn abzuwischen. Das verringert das Risiko, noch nicht vollständig verheilte Wunden wieder auf- und die transplantierten Haare auszureißen. Damit der Schweiß ungehindert ablaufen kann, ist es ratsam, beim Sport keine Kopfbedeckungen zu tragen.

Krafttraining nach der Haartransplantation frühestens nach vier Wochen

Besuche im Fitnessstudio sollten aufgeschoben werden, bis die Wunden vollständig verheilt sind. Zum einen gefährdet die vermehrte Schweißproduktion das Anwachsen der Haare, zum anderen erhöht anstrengendes Training den Druck auf die nach der Haarverpflanzung besonders empfindliche Kopfhaut und die Grafts. Liegende Positionen, beispielsweise auf der Hantelbank oder der Negativbank, erhöhen den Druck zusätzlich.

Erste Krafttraining-Einheiten sind ab vier Wochen nach dem Eingriff möglich. Auch hier ist es ratsam, langsam wieder einzusteigen, auf das Tragen einer Kopfbedeckung zu verzichten und Schweiß abzutupfen statt abzuwischen.

Schwimmen erst sechs bis zwölf Wochen nach der Haartransplantation

Das Problem beim Schwimmen ist weniger die Anstrengung, sondern vielmehr die Wasserqualität. Schwimmbadwasser ist gechlort. Das sorgt für Keimfreiheit, ist jedoch nach einer Haarverpflanzung schlecht für die Kopfhaut. Chlor reizt die Haut und kann Entzündungen hervorrufen, welche die Grafts dauerhaft schädigen.

Auch die Wasserspeier in Frei- und Hallenbädern stellen eine Gefahr für die frisch verpflanzten Haarfollikel dar. Trifft das mit hohem Druck herausschießende Wasser die Kopfhaut, können die Grafts beschädigt oder sogar herausgespült werden.

Salzhaltige Meeresluft beeinflusst den Heilungsprozess positiv. Meerwasser enthält jedoch Keime, die durch die Wunden eindringen und Infektionen verursachen können.

Saunagänge nach dem Sport sollten in den ersten zwei Monaten nach der Haartransplantation tabu sein. Auch danach müssen sich die eingesetzten Haare erst langsam an die Hitze gewöhnen. Beginnt die Kopfhaut zu jucken oder zu spannen oder treten anderweitige Irritationen auf, sollte der Saunabesuch sofort abgebrochen werden.

Intensiver Kontakt- und Kampfsport nach drei bis vier Monaten

Ob Kopfbälle beim Fußball oder Schläge beim Boxen: Für frisch transplantierte Haare ist beides gefährlich. Deshalb sollte mit Sportarten, bei denen sich Treffer am Empfängerbereich nicht vollständig vermeiden lassen, mindestens sechs Wochen gewartet werden.

Auch wenn es schwerfällt: Zugunsten des vollen Haarwuchses im Stirnbereich, an den Schläfen oder auf der Tonsur ist der vorübergehende Verzicht auf Kontakt- und Kampfsport eine minimale Einschränkung.

Ab wann ist Sex nach der Haartransplantation erlaubt?

Sex ist zwar kein Sport im eigentlichen Sinne, für den Körper aber genauso fordernd. Zudem ist er mit ähnlichen Risiken für die transplantierten Haare verbunden: Die körperliche Anstrengung führt zur vermehrten Schweißproduktion, der Blutdruck steigt und es besteht die Gefahr, sich im Eifer des Gefechts den Kopf zu stoßen. Deshalb ist es ratsam, auch hiermit nicht zu früh nach der Haartransplantation zu beginnen. Innerhalb von 12 bis 14 Tagen sind die Grafts so verheilt, dass Sex wieder uneingeschränkt möglich ist.

Fazit: Mit dem Sport nach der Haartransplantation nicht zu früh anfangen

Um nach einer Haarverpflanzung bestmögliche Ergebnisse sicherzustellen, ist es wichtig, den Aktivitätslevel für einige Zeit herunterzufahren. Dazu gehört es auch, nach der Haartransplantation mit dem Sport Treiben mindestens zwei Wochen zu warten. Je nach Sportart kann auch eine deutlich längere Pause nötig sein, beispielsweise beim Kraftsport, bei Kontakt- und Kampfsportarten oder beim Schwimmen.

Auch wenn der Wunsch groß ist, schnell wieder mit dem Training zu beginnen, ist bei einer Haarverpflanzung Geduld ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg. Bestehen diesbezüglich noch Fragen, sind Dr. Levent Acar und sein Team von der Cosmedica Clinic in Istanbul die richtigen Ansprechpartner.

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